ICH BIN SO FREI. Freiheit – Verantwortung – Eigentum – Politically Incorrect

März 30, 2008

Weg mit der Ehe

Filed under: österreichische Innenpolitik,liberale Theorie,linke Irrungen — Patrick Minar @ 9:25 am

Zumindest mit der staatlichen. Die derzeit wieder aufbrechende Diskussion über die sogenannte Homo-Ehe, sollte zum Anlass genommen werden, über die Notwendigkeit einer staatlich sanktionierten Ehe zu diskutieren.Wenn zwei Individuuen beschließen zu heiraten, ist das, neben Geschlechtsverkehr zu haben, vielleicht  das Intimste was zwei Menschen tun können. Zumindest sollte es das sein. Es ist ein besonders augenscheinlicher Hinweis auf den grassierenden Etatismus unserer Zeit, dass es als selbstverständlich, ja sogar als erstrebenswert angesehen wird, dass ein Beamter seinen Sanktus für die Heirat abgeben muss.

Es sei jedem überlassen sich dem heiligen Sakrament der Ehe unter zu ordnen. Für religiös motivierte Personen handelt es sich dabei oftmals um einen der wichtigsten Momente ihres Lebens. Gerade weil die kirchliche Eheschließung innerhalb des christlich-katholischen Denkens einen derart großen Stellenwert besitzt, ist es nicht zu verstehen, warum es gerade Katholiken sind, die so auf der Aufrechterhaltung der staatlichen Ehe beharren. Für sie persönlich sollte es doch reichen vor Gott in den heiligen Bund der Ehe einzutreten, unabhängig ob es das OK eines Magistratsbeamten gibt. Oftmals schwingt die Angst mit, es könnte damit ein Damm gebrochen werden, der langfristig den gesellschaftlichen Stellenwert der Ehe wegschwemmen könnte. Die Statistik zeigt aber deutlich, dass auch die gegebene Absicherung über ein staatliches Rechtsinstitut keine Garantie für langfristig funktionierende Ehen darstellt. Entweder das Zusammenleben zweier Menschen wird von diesen gewollt, oder nicht. Mit oder ohne staatlicher Ehe.

Gerade für wertkonservative Katholiken könnte die Abschaffung der staatlichen Ehe die Möglichkeit sein, die von ihnen so abgelehnte gleichgeschlechtliche Eheschließung zu verhindern. Denn wenn es keine staatliche Ehe gibt, müsste sich die Kirche dazu durchringen, Schwule zu verehelichen. Und das kontrolliert sie ja noch immer selber – wobei natürlich nicht auszuschließen ist, dass es irgendwann eine Anti-Diskriminierungsrichtlinie der EU geben wird, die auch das regeln wird.

Diverse Linke und/oder grüne Gruppierungen hingegen, die immer wieder die „Zivilehe“ fordern, sind dieselben, die – völlig zu Recht – aufschreien, wenn es z.B. um den überbordenden Überwachungsstaat geht. Der Staat ist da wie dort fehl am Platz. Deshalb sollten sich auch die Vertreter dieser Gruppen darüber im Klaren sein, dass ihr Rufen nach dem Staat in der Frage der Eheschließung, die Glaubwürdigkeit  ihres antistaatlichen Treibens in anderen Bereichen massiv untergräbt.

Alle jene, die der Meinung sind, die Rechtfertigung einer staatlich sanktionierten Ehe bestehe in ihrer Schutzfunktion gegenüber dem schwächeren Teil der Beziehung (meistens der weibliche), sollten lieber für eine Liberalisierung des Notariats-, bzw. Rechtswesens eintreten. Denn dann würden sich sehr schnell Anwälte finden, die zu erschwinglichen Preisen Eheverträge anbieten würden, die ähnliche Schutzaufgaben übernehmen könnten wie derzeit die Ehe.

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1 Kommentar »

  1. Gute Argumentation. Danke!

    Kommentar von Rainhard Kloucek — April 15, 2008 @ 7:22 pm | Antwort


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